Frei ist das neue, seriöse und glaubwürdige Gesicht der CDU und er ist jetzt bundesweit auf Sendung. Der frühere Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Donaueschingen, dem viele in seiner Heimatstadt mehr nachtrauern als seinem blassen Nachfolger, hat im großen Berliner „Politik-Lehrbetrieb“ ohne jeden Zweifel die Reife eines Staatsmannes erreicht. Er hat sichtbares intellektuelles und charakterliches Format, er kann gesunden Menschenverstand anwenden und offenbaren und er ist ein glänzender Redner. Frei ist kein politischer Schreihals und auch kein Schulmeistertyp. Er wird nicht hektisch und laut, sondern bleibt stets höflich, leise, argumentativ und sachlich. Frei gewinnt mit ehrlichen Argumenten und mit Selbstkritik derzeit wachsende Glaubwürdigkeit. Insider des politischen Theaters in Berlin halten Thorsten Frei für „kanzlerabel“ und sehen ihn als besseren Reformvermittler und Friedensstifter als Hendrik Wüst, Boris Rhein, Markus Söder oder Alexander Dobrindt. Ist Frei jetzt schon die bessere Personal-Alternative der CDU?
Zuletzt hat Thorsten Frei auch in den Politik-Sendungen von Markus Lanz und Sandra Maischberger starken Eindruck hinterlassen, als er sich freimütig zum „eklatanten Autoritätsverlust“ von Friedrich Merz selbstkritisch äußerte. Frei bemühte nicht die billigen Politiker-Phrasen, man müsse die Reformpolitik den dummen Wählern verständlicher erklären, sie mehr emotional erreichen und selbst besser abholen. Er setzte nicht zur „Heiligsprechung“ von Friedrich Merz an, sondern nahm in kritischer Reflexion die Position des „Advocatus Diaboli“ und des „Advocatus Dei“ ein, um im Terminus a priori und a posteriori über Bedingungen, Erfahrungen, Bedingtes und Notwendiges zu sinnieren.
Frei sagte bei Sandra Maischberger unter anderem: „Ich bin davon überzeugt, dass Friedrich Merz Bundeskanzler bleibt.“ Er nahm sich damit selbst geschickt aus dem Machtspiel der Alpha-Männer in der CDU. Frei sagte: „Wir brauchen eine Reformpolitik, die das Land fit macht für die Zukunft. Und ich bin davon überzeugt, dass wir dafür gut aufgestellt sind. Für jeden ist es offensichtlich, dass wir zurzeit in einer sehr schwierigen Phase sind. Wir haben schwierige Rahmenbedingungen. Wir haben einen enormen Reform- und Investitionsstau. Und es ist in der Tat die Frage, ob wir die Kraft aufbringen, diese großen Herausforderungen jetzt auch zu bewältigen. Wir müssen Wachstum erzeugen, Wettbewerbsfähigkeit stärken und vieles gleichzeitig machen. Friedrich Merz hat den Mut, gemeinsam mit seiner Regierung diese Aufgaben anzugehen und zu lösen.“
Die nächsten Wahlen und das Votum der Wählerinnen und Wähler werden bald zeigen, ob Frei als „Advocatus Dei“ von Bundeskanzler Friedrich Merz das Wahlvolk überzeugte oder ob er selbst einen Advocatus angeli, einen Anwalt der Engel, braucht, um bei einer Ablösung von Friedrich Merz als „kanzlerabel“ angesehen zu werden.