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Mittwoch, 1. Juli 2026
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Die Linke

Wasserquellen-Sanierung am Zindelstein mit Grüss-August-Szene für Paulys Fotoalbum?

Donaueschinger Wasserquellen-Sanierung am Zindelstein: Rossdobelquellen und Hirschbrunnen werden saniert. (Bild: Kai Baudis)

Seit über 100 Jahren versorgen verschiedene Quellen im Wald bei Zindelstein den Ortsteil Aufen und einen Teil der Kernstadt Donaueschingen mit Trinkwasser. Jetzt teilte die Pressestelle der Stadt mit, die Quellfassungen der Rossdobelquellen und des Hirschbrunnens, die für die Gewinnung von Trinkwasser genutzt werden, würden derzeit umfassend saniert und neu gefasst. Ziel der Maßnahme, die im April 2026 begonnen hat, seien eine Steigerung der Quellschüttung, eine Reduzierung der Trübung und der bestmögliche Grundwasserschutz.

Oberbürgermeister Erik Pauly, stets auf große öffentlichen Wirkung bedacht, ließ den Leiter des Wasserwerks, Kai Baudis, den technischen Leiter der Eigenbetriebe, Dirk Monien, und gleich auch noch den kaufmännischen Leiter der Eigenbetriebe, Tonino Cristiani, an der Baustelle Rossdobelquelle für ein Pressefoto antreten. Man kennt seine Auftritte mit seiner starken "Rathaus-Kavallerie" schon aus den Gemeinderatssitzungen. Ein neutraler Zuschauer, der nicht genannt werden will, kritisierte das gegenüber unserer Zeitung mit seinem freien Werturteil als vermeintliche „Grüß-August-Veranstaltung“ und regte an, der OB sollte seine gut bezahlten Mitarbeiter lieber ihre notwendige Arbeit im Rathaus und in der Stadt machen lassen, „statt sie ständig - im Schwarm - zu vermeintlichen Selbstdarstellungen mitzunehmen“. 

Die Stadtverwaltung teilte unserer Zeitung mit: „Mehrere Quellen werden im Rahmen dieser Maßnahme, die von einer Spezialfirma durchgeführt wird, zentral gebündelt. Drei Fassungen werden derzeit neu angelegt.“

Was die Stadt unter dem OB-Wortsalat „zentral gebündelt“ versteht, wer die Spezialfirma ist, wann die Maßnahmen abgeschlossen werden und was die Quellensanierung kostet, teilte die Stadt in ihrer Pressemitteilung nicht mit. Damit unsere Zeitung ein vollständiges und nicht nur ein oberflächliches Bild vermitteln kann, wären also weiter Rückfragen zu seiner wenig erschöpfenden Pressemitteilung erforderlich. Denn es kann nicht Aufgabe der Presse sein, nur nachzusprechen oder abzuschreiben, was der OB selektiv verlauten lässt. 

Oberbürgermeister Erik Pauly ließ namenswirksam erklären: „Ziel ist es, möglichst viel nutzbares Grundwasser zu fassen, gleichzeitig aber auch sehr oberflächennahes Wasser, das zu Verunreinigungen neigt, abzuschlagen. Die Versorgungsleitung nach Aufen führt quer durch den Wald.“ Weiter teilte die Stadt mit: „Für die Umsetzung dieser Arbeiten wurde ein 7000 Quadratmeter großes Waldstück gerodet und eine Lichtung angelegt. Bei Quellsanierungen werden Bäume in der unmittelbaren Umgebung entfernt, um den Quellschutz, die Wasserqualität und Schäden durch Wurzeln in Quellfassungen und der Tonabdichtung zu vermeiden. Vor allem Totholz kann im unmittelbaren Fassungsbereich zu mikrobiologischen Verunreinigungen führen. Deshalb wird die Fläche über der Quelle gerodet und künftig baumfrei gehalten.“

 

Oberbürgermeister Erik Pauly stellte sich also an den Rand des Wasserlochs und ließ sich von einer seiner vier persönlichen Mitarbeiterinnen, die auch noch zur Quelle mitreisen musste, fotografieren. Und so waren die Personal-Ressourcen der Stadt für den OB in Anspruch genommen, obwohl ein Foto seines Wassermeisters von der Baustelle genügt hätte.

 

  (Regionalia:Deutsche Zeitung:Donaueschingen, Artikel-Nr. 19478 ISSN 2698-6949)

Angelegt am 01.07.2026 12:35.

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„Grüß-August-Veranstaltung“? Lässt Oberbürgermeister Erik Pauly für Pressefotos bei Verlautbarungen gerne viele Mitarbeiter antreten? (Bild: Jenniver Schwörer, Stadt Donaueschingen)  
   
 

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